FDP Werdohl

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v.l. Jürgen Neumann, Herbert Heimann, Friedhelm Hermes, Alexander Lilienbeck, Axel Hoffmann, Stefan Lässig
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FDP Werdohl - Schulpolitik - Pressemitteilung

FDP Werdohl zur Schulentscheidung

Bei der Abstimmung im Rat über die Zukunft der Werdohler Schullandschaft spreche auch aus der Sicht der Liberalen einiges für den Erhalt der Gesamtschule. Das erklärte die Fraktion in einer Pressemitteilung gegenüber dem Süderländer Volksfreund.

Die Schullandschaft wird ab dem kommenden Jahr nichtmehr so aussehen wie heute. Das ist spätestens nach der Aufforderung der Bezirksregierung klar, durch die Werdohl gezwungen wird, schulorganisatorische Maßnahmen zu ergreifen. Nach der vergangenen Schulausschusssitzung wird es letztlich nur zwei Alternativen geben. Entweder wird es künftig eine Realschule mit Hauptschulzweig geben oder eine Gesamtschule, wie sie bereits heute am Riesei besteht. Für alle derzeitigen Schülerinnen und Schüler der beiden Schulen wird sich zunächst nichts ändern. Alle können ihre Schullaufbahn an der jeweiligen Schule auf jeden Fall noch abschließen.

Beide Schulen leisteten hier eine hervorragende Arbeit, äußerte sich Friedhelm Hermes, der Fraktionsvorsitzende der FDP im Stadtrat. Auch den beiden kommissarischen Schulleitern, Christiane Langs-Blöink und Sven Stocks dankt Hermes. Was die Beiden in den letzten Wochen für ihre jeweiligen Schulen geleistet hätten sei bemerkenswert. Ein besseres Führungsteam der beiden Schulen hätten wir uns in der derzeitigen Situation kaum wünschen können.

Zur Begründung ihrer Position erklärten die Vertreter der FDP, dass es im Falle der Einrichtung einer Realschule nach dem § 132c SchulG NRW wohl viele der Vorteile, welche die jetzige Realschule zu einem Erfolgskonzept mache, nicht mehr geben werde. Vielfach hätten Schüler und Eltern das familiäre Umfeld an der Realschule gelobt und betont, dass Ihnen der Standort am Köstersberg, im Herzen der Stadt wichtig sei. Ganz unabhängig davon, ob eine künftige Realschule mit integriertem Hauptschulzweig und Ganztagsangebot, an ihrem jetzigen Standort verbleiben könne, so wie die Schulleiterin im Schulausschuss erklärte oder entsprechend den ersten Berechnungen der Verwaltung ein Umzug zum Riesei notwendig würde, sei es kein Selbstläufer, dass dieses familiäre Element der Schule auch unter der dann deutlich erhöhten Schülerzahl erhalten bliebe.

Die Gesamtschule sei ihrer Ausrichtung nach auf eine heterogene Schülerschaft ausgelegt. Wie auch die Experten der Bezirksregierung in der Schulausschusssitzung erklärten, böten die Konzepte der Gesamtschule eine umfassendere Differenzierung als dies an einer Realschule mit integriertem Hauptschulzweig vorgesehen sei, gab Alexander Lilienbeck zu bedenken.

Der größte Vorteil der Gesamtschule, sei aber natürlich die Vielfalt der Abschlüsse, so die Liberalen in Ihrer Pressemitteilung weiter. Personaler der Werdohler Unternehmen seien z.B. bei ihren Dualen Studienangeboten auch auf Abiturienten angewiesen. Wenn diese erst einmal in einer der Nachbarstädte ihren Abschluss erzielten und dort Fuß fassten, sei es schwierig für Werdohler Betriebe, an diese Schüler noch heranzutreten. Aber auch die klassischen und weiterhin wertvollen Haupt- und Realschulabschlüsse seien an der Gesamtschule genauso möglich.

Im Hinblick auf die Anforderungen an die Mindestschülerzahl äußerten sich die Werdohler Liberalen zuversichtlich. Da besteht jedenfalls Bereitschaft zu einem Entgegenkommen, soviel konnte man den Aussagen der Bezirksregierung im Schulausschuss entnehmen, sagte Hermes. Es wird sich niemand ins Auto setzen und hierunter kommen um die Schule abzuschließen, wenn sich erstmal noch ein-zwei Kinder zu wenig anmelden. Dass es auf dieses Entgegenkommen der Bezirksregierung überhaupt ankomme glaubt Lilienbeck nicht, er sei überzeugt, dass Werdohl und die AEG diese Chance nutzten, um die größtmögliche Vielfalt an Schulabschlüssen in Werdohl zu erhalten. Mehr denn je sei die Gesamtschule nun aber auch gefordert „die" Schule für alle Werdohler Schüler zu werden. Erfolgreiche Konzepte, die bislang an der Realschule angeboten wurden, wie z.B. die Musik-Klasse in Zusammenarbeit mit der Musikschule, könnten hoffentlich künftig auch an der Gesamtschule angeboten werden. Außerdem seien kreative Ideen gefragt um schon früh das Interesse und das Vertrauen der Grundschüler zu gewinnen. Das könnten zum Beispiel Schnupper-AGs sein, bei denen die Grundschüler bereits einfach programmierte Roboter über den Gesamtschulhof fahren ließen oder brodelnde Reagenzgläser in den Chemieräumen bestaunen könnten. Das würde etwaige Schwellenangst abbauen.

Ihre Erwägungen habe die FDP ganz wesentlich auf die vielen wertvollen Beiträge und Informationen gestützt, die sie aus der lebhaften Diskussion im vergangenen Schulausschuss mitgenommen hätten. Eine frühzeitigere Festlegung hinter verschlossenen Türen wollten die beiden Liberalen vermeiden. Dies habe man auch aus der Kritik an dem Arbeitskreis Schulausschuss mitgenommen. Die endgültige Entscheidung fällt in der Ratssitzung am 01.07.2019 und wird wohl denkbar knapp ausfallen.

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